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Leserbriefe

Jeanie S. schrieb am 12.09.07 um 08:26:23 Uhr
Gute Reportage über den Samstag in Jena, die Bilder haben mich an eine Nazi-Demo in Mittweida erinnert. Da treffen immer wieder bis an die Zähne Bewaffnete auf denkende Menschen. Und am Ende muss sich der Denkende entschuldigen, dass er Demokratie falsch verstanden hat. Vielleicht gibt es ja unterschiedliche Arten von Demokratie.

jenanews.de antwortet:
Auf Anfrage erklärte der Leiter der Polizeidirektion Jena, dass die Polizei gemäß des Neutralitätsgebotes das im Grundgesetz verankerte Recht auf Versammlungsfreiheit durchsetzen muss, gleichgültig, ob es sich dabei um eine Veranstaltung der NPD oder eine Demonstration deren Gegner handelt. Konkret bedeutete dies am Samstag, für den Schutz der Veranstaltungsteilnehmer der NPD während derer An- und Abreise sowie während der Veranstaltung selbst zu sorgen. Gleiches galt auch für das zur Durchführung des "Festes der Völker" benötigte Stromaggregat.



K. T. schrieb am 09.09.07 um 19:53:50 Uhr:
Gegendemonstranten, autonomer Widerstand -- was hindert Sie daran, das Kind beim Namen zu nennen: Gewalttäter, Angreifer, Steinewerfer, Randalierer?
Hätten Sie die Bezeichnungen Demonstrant und Widerstand auch bei Angriffen von NPD-Seite benutzt? Wenn nicht, dann müssen Sie sich fragen lassen, wie sie zu so einer einseitigen Wortwahl kommen, als ob eine Gewalt gut und die andere schlecht wäre.

jenanews.de antwortet:
Wir glauben schon, dass es Situationen gibt, in denen Gewalt (in Verhältnismäßigkeit) moralisch positiv bewertet werden kann. Etwa dann, wenn es gilt, eine Geiselnahme zu beenden.

Im konkreten Fall verbot sich die Bezeichnung Demonstrant im Zusammenhang mit den Teilnehmern des "Festes der Völker", da es sich hier laut Anmeldung des NPD-Kreisverbandes Jena nicht um eine Demonstration handelte. Aus diesem Grund bedienten wir uns hier der Bezeichnungen Teilnehmer, NPD-Leute, Nazis. Im anderen Fall waren Gegendemonstranten tatsächlich Menschen, die mit Blockaden Widerstand übten, um das "Fest der Völker" in Jena zu verhindern bzw. in seinem Abblauf zu beeinträchtigen.

Das Team von jenanews.de war am Freitag und am Samstag mit jeweils drei Redakteuren vor Ort im Einsatz, wir standen jederzeit in Kontakt sowohl mit der Pressestelle der Polizeidirektion Jena, dem Pressesprecher der Polizei am Seidelplatz sowie mit den Koordinatoren der Blockaden. Weiterhin tauschten wir uns mit Kollegen aus, die für andere Medien berichteten.

Die Bezeichnungen Gewalttäter, Randalierer und Steinewerfer auf die an den Blockaden beteiligten Personen anzuwenden, würde die realen Vorgänge am Freitag und Samstag verfälschen. Uns sind derlei Vorgänge weder aus eigenem Erleben noch aus den Berichten der Polizei bzw. der Koordinatoren bekannt. Lediglich der Pressesprecher der NPD monierte einen Angriff auf einen italienischen Reisebus (http://www.jenanews.de/content_news.php?id=149), den wir entsprechend in unseren Bericht einfließen ließen. Dort sprechen wir von autonomen Widerstand, da es sich nicht um Aktionen handelte, die im direkten Zusammenhang mit dem "Fest der Demokratie" standen. Ausdrücklich wiesen die Veranstalter der Gegendemonstrationen auf den friedlichen Charakter ihrer Maßnahmen hin und uns sind keine Fälle von Gewalttaten in Zusammenhang mit den Blockaden um den Seidelplatz bekannt geworden. Dies schließt auch die abschließenden Verlautbarungen der Polizei am Samstagabend 21:00 Uhr ein.



Iris Bergmann schrieb am 08.09.07 um 21:42:10 Uhr:
Gute Zusammenfassung über das Fest der Völker (oder besser der Demokratie!), insbesondere für die, die nicht dabei waren... Aber woher wissen Sie denn, dass die NPD erwog das Fest zu verlängern?

jenanews.de antwortet:
Wir standen am Samstag ab 8:30 Uhr in ständigem Kontakt mit dem Pressesprecher der Polzei, den Koordinatoren der Blockaden sowie auch mit dem Pressesprecher der NPD. Von ihm erhielten wir die Information, dass seitens der NPD geprüft werde, die Veranstaltung auf dem Seidelparkplatz zu verlängern.


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